Aktion "Rettet den Stadtwald"

 

 

 

 

 

 

Hier stellen wir Ihnen das von der Verbandsgemeinde/Stadt vorgesehene Projekt der Windenergienutzung auf dem "Frammerich-Rheinbrohler Wald" vor [Stand: Anhörung Fortschreibung (19. Änderung) Flächennutzungsplan]:

Technische Details

Das Windrad hat eine Nabenhöhe von etwa 140 m und einen Rotordurchmesser von rd. 120 m; dies bedeutet eine Gesamthöhe der Anlage von etwa 200 m über Grund. Die Leistung des einzelnen Windrades wird in die 3 MW-Klasse eingestuft. Als Investition sind etwa 5 Mio. EUR/Windrad veranschlagt, Gesamtinvestition also etwa 25 Mio. EUR.

Landschaft und Waldbestand

Für die geplanten Windräder im Bad Hönninger Stadtwald müssen inclusive der erforderlichen Zuwegung etwa fünf ha Wald abgeholzt werden, je nach Standort bis zu 800-1.000 Bäume, auch hochwertiger Buchen- und Eichenwald, der z. T. über fünf Generationen gewachsen ist. Dies ist eine Fläche von sieben Fußballfeldern. Dazu gehören auch noch ein Schotterwegenetz und eine Trasse zur Ableitung des Stroms in das öffentliche Netz.

Wanderwegekonzept und Tourismus

Im Wanderwegekonzept der Verbandsgemeinde bildet der Wanderweg Hö 2 über den Frammerich die Verbindung zwischen den überörtlichen klassifizierten Wanderwegen Rheinsteig und Westerwaldsteig. Weiterhin wird die Verbindung zu dem Limeswanderweg und dem insgesamt 550 km langen Bodendenkmal, dem Limes in unserer Region, geschaffen. Da die Wanderer befestigte und grobe Schotterwege mit den dazugehörigen brummenden Windrädern meiden, widerspricht die Anlage der WEA den hehren Zielsetzungen der Stadt Bad Hönningen, den Wandertourismus zu fördern. Das Gegenteil wird erreicht!

Natura 2000 und FFH-Gebiet

Natura 2000 ist die Bezeichnung für ein zusammenhängendes Netz europäischer Schutzgebiete, bestehend aus Fauna-Flora-Habitat (FFH = Lebensstätte von Tier- und Pflanzenarten)-Gebieten und Vogelschutzgebieten (VSG). Das Netz repräsentiert die typischen, die besonderen und die seltenen Lebensräume und Tier- und Pflanzenarten Europas. Die Auswahl der Gebiete erfolgt für alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union nach einheitlich vorgegebenen Kriterien. Die geplanten 9 Windräder liegen komplett in dem FFH-Gebiet „Rheinhänge zwischen Unkel und Neuwied“ (FFH 510-302). Die Schutzwürdigkeit liegt in Felsen und Magerrasen, reich strukturierten Buchenwäldern, Eichen-Hainbuchenwäldern sowie Hang- und Schluchtwäldern. Dieses FFH-Gebiet ist aber auch Lebensraum für die Tierwelt, wie z. B. Rotmilan, Schwarzstorch, Fledermäuse, Wildkatze, Rotwild, der brutal vernichtet würde.

Wirtschaftlichkeit

Beherrschende Grundlage für die Wirtschaftlichkeit einer WEA ist der Standort mit der dort herrschenden Windgeschwindigkeit. Nach der Karte 20 „Leitbild erneuerbare Energien“ des Landesentwicklungsplans IV befindet sich die Verbandsgemeinde Bad Hönningen nicht in einem landesweit bedeutsamen Bereich für die Windenergienutzung. Unter solchen Voraussetzungen ist von vornherein ein wirtschaftliches Betreiben der Anlage sehr fragwürdig.

Zum besseren Verständnis der Gesamtsituation ist hier ein Luftbild mit allen wesentlichen Eintragungen eingestellt. Wer lieber an den Blick auf die Topographische Karte gewöhnt ist, der kann sich hier bedienen. 

info@stadtwaldrettung-bad-hoenningen.de